| |
Auch Friedrich I. Barbarossa, der den Aachener Thron im Jahre 1152 bestiegen hatte, war ein inniger Bewunderer Karls des Großen. Er führte fort, was vielleicht bereits Otto III. mit der Suche nach dem Leichnam Karls begann; Friedrich ließ die Gebeine Karls des Großen am 29. Dezember 1165 erheben und den Franken durch den Gegenpapst heilig sprechen. Karl als heiliger Reichsbegründer. Für Friedrich kam dieser Kanonisation nicht nur eine religiöse Bedeutung zu, sondern sie war ein politisches Zeichen. Der Machtkampf zwischen Kaiser und Papst, die Rivalität zu Frankreich, das sich immer stärker auf Karl den Großen als Begründer Frankreichs berief, waren zu einer Bedrohung für sein Reich geworden. Mit der Heiligsprechung Karls war zugleich das Reich selbst heilig geworden. In Aachen, dort wo man die Gebeine des heiligen Karl hütete, befand sich nun Haupt und Sitz des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
In der Zeit zwischen 1165 und 1170 ist die Entstehung des Barbarossaleuchters zu datieren, jenes wertvollen Leuchters der im Auftrag Friedrichs I. und seiner Gemahlin Beatrix als Stiftung für die Schutzpatronin des Doms, der Gottesmutter Maria, in Aachen gefertigt wurde und seit dieser Zeit die Mitte des karolingischen Oktogons ziert. Der Barbarossaleuchter nimmt auf den Wunsch seiner kaiserlichen Stifter hin direkten Bezug auf den Raum, für den er geschaffen wurde. |
|
| |
Auch der kostbare Radleuchter, der als einer der wenigen mittelalterlichen Leuchter erhalten geblieben ist, symbolisiert mit seinen Mauern und Türmen das himmlische Jerusalem. Der in Aachen entstandene Barbarossaleuchter greift zugleich den Bezug zur Pfalzkapelle auf. Er besteht aus acht Kreissegmenten sowie acht kleineren und acht größeren Türmen. Die insgesamt sechzehn Türme verweisen wiederum auf das Sechzehneck der Pfalzkapelle. |
|